Subtiles Spiel (Ausstellung Gal.Mazzara-Mollwo, Riehen/Basel)
Der Maler soll nicht nur malen, was er vor sich sieht, sondern
auch, was er in sich sieht. Grossmann macht sich diese Forderung zum Programm.
Sie führt die Malerei zurück auf die Grundelemente: Licht und Farbe.
Die Wahlmünchnerin schafft es, dem Licht so viele Nuancen abzuringen, dass die unterschiedlichsten Stimmungen transportiert werden.
Marion Benz
Spuren des Lichts, Ausstellungsprojekt im Dom zu Meißen, (Auszug)
Der Meißner Dom ist mit seiner imposanten gotischen Architektur für moderne, sich auf Minimales beschränkende Kunst ideal geeignet. Zumal wenn sie eigens dafür entstand, wie das Beispiel der in München lebenden Malerin Helene B. Grossmann zeigt. Die sensible Künstlerin hat sich mit den verschiedenen Raumsituationen von Kirchenschiff und Empore auseinandergesetzt und einen Zyklus von Malerei geschaffen, der in Beziehung mit dem wechselvoll einfallenden Licht steht.
Unter dem Titel „ Dona nobis pacem“ versucht die Ausstellung vor allem, die Besucher auf ihr Innerstes zu richten, gleichsam in der Stille der Betrachtung zu sich zu finden. Natürlich haben die Ölbilder auch eine Eigenständigkeit, die durch ihre besondere Bildindividualität gegeben ist. Aber im Dom zu Meißen hat sich Helene B. Grossmann auf einige Besonderheiten eingelassen, die ihre Bilder in enge Beziehung zum Raum setzen. Die hohe Hängung der Arbeiten im Kirchenschiff vollendet den Gesamteindruck der Ausstellung, indem sie den Blick des Betrachters nach oben richtet, in Richtung Glasfenster und an den gotischen Säulen entlang, auf das einfallende Licht bedacht, das die Bilder überglänzt und zugleich verschönt.
Das Erlebnis vom Zusammenklang von Raum und Malerei hat sich mir tief eingeprägt.
Heinz Weißflog
Helene Grossmann alumbra el Espacio Micus con su visio`n de la luz de Eivissa
El Mundo hebt hervor, daß Ihre Arbeiten durch ihre Ungewissheit beruhigend wirken würden.
Lichtbündel, die sich in cremigen Tönen ausbreiten würden und an unbekannte, aber vorgestellte Welten denken lassen (aus den Bereichen Wissenschaft, Film und Träumen), an Nebel, Enthüllungen, weiße Tunnel, Höllen, Paradiese, Morgenröten. Es wird Ihr Bildertagebuch erwähnt, das Sie 1993 begonnen hätten, Ihr Ibiza-Aufenthalt im Jahr 2003 und die 36 kleinen Arbeiten, die Sie eigens für Espasio Micus angefertigt hätten.
Starker Auftritt der Galerien in Basel, die Art bestätigt ihre Position als Moderne-Messe,
(Auszug)
Silke Thomas von der Galerie Thomas, München, konnte nicht nur ein Nolde-Gemälde abgeben, sondern auch drei Sam-Francis-Collagen und die großen
Sonnenaufgangsvariationen von Helene Grossmann.
Susanne Schreiber
Aus Katalogen, eine Auswahl
Bilder anzusehen sind wir gewöhnt, aber Helene B. Grossmanns Bilder anzusehen, ist ein Erlebnis völlig anderer Art.
Bereits seit dem allerersten Blickkontakt vergisst der Betrachter seine Position des Beobachters. Er wird augenblicklich tief im inneren berührt und magisch in die tiefe, beglückende und lichterfüllte Unendlichkeit hinein- oder besser noch hinausgenommen.
Was erneut und um so mehr gefangen nimmt, ist das zentrale Licht, teils gebündelt und blendend, teils gestreut und hindurchscheinend.
Wahrhaftig! Helene B. Grossmann gelingt es, Licht zu malen, diese unfassbare, nicht zu materialisierende, flüchtige und doch so kraftvolle Fluidum.
Licht! Was für ein Thema! Also nicht das Licht von Rembrandt oder Georges de la Tour. Es geht hier nicht um Lampenschein. Es geht hier um diese letzte Essenz im tiefen Sein, der sich Seurat in seinen Schwarz-Weiß-Zeichnungen genähert hat, oder wie sie bei einigen wenigen der ganz Großen der europäischen Malkultur so faszinierend formuliert werden konnte, ich meine Tiepolo, ich meine Turner und Monet.
Wie viele Maler ringen seit Beginn des 20. Jahrhunderts darum, reine Farbe ohne die Zwangsjacke der Form darzustellen. Mir ist niemand bekannt, der es gewagt hätte, das noch weitaus flüchtigere und wie dahinter liegende Medium Licht über den Weg des Malens zum Betrachter bringen zu wollen, ja, wie eingangs schon gesagt, ihn selbst ins Licht mit hineinzunehmen und zu erhellen.
Das geht nur auf dem Hintergrund einer intuitiven Schau, einer ehrlichen Bescheidenheit, einer eruptiven Kraft und eines gereiften Könnens.
Raimund Thomas
Die Kunst von Helene B. Grossmann gehört zu den meditativen Formen der künstlerischen Betrachtung .Die Welt der Künstlerin pulsiert wie Ein -und Ausatmen, was die Grenze zwischen der Kunst und dem Raum der Realität durchbricht.
Sie ist in der Lage, sich den natürlichen Prozessen des Lebens weit zu öffnen und sie dann aufs Neue in einem mächtigen Gravitationsfeld zu konzentrieren. Helene Grossmann öffnet neue Perspektiven in den ökologischen Raum, in dem sie in ihrer Kunst die energetischen Phänomene von Yves Klein und die minimalistischen Strukturen der musikalischen Technologien von John Cage integriert.
Ihre künstlerische Vision ist natürlich und organisch, aber der intellektuelle Diskurs verlässt nicht die innere Dimension ihrer metaphysischen Systeme.
Vitaly V. Patsiukov Malewitsch Foundation






